Samstag, 29. Dezember 2007 at 12:36 pm
Nein, ich werde an dieser Stelle nicht die fast schon alltäglich gewordene Metamorphose vom Normalsterblichen zum Top-Sommelier vollziehen nur um einen guten
Rotwein zu empfehlen. Ich kann nichts von Abgang, Regionen und Gerbstoffen erzählen und will es auch nicht, da ich einfach keine Ahnung davon habe. Was ich aber dafür habe, ist ein ausgeprägter Geschmackssinn der mich einen guten Wein von einem mäßigen Unterscheiden läßt. Wie wahrscheinlich etliche Leser dieses Elaborates habe auch ich meine Jugend mit 1 Liter Pennerglück im Tetrapack verbracht, dann den Aufstieg zum Lambrusco geschafft und mit meiner 7 Jahre älteren Ehefrau dann letztendlich auch wirklich gute Weine kennen gelernt. Mit jeder Steigerung merkte man wie fürchterlich das vorige, eigentlich recht zufrieden konsumierte Produkt gewesen war und wieviel man geschmackserlebnistechnisch einem hochwertigen Rebensaft abgewinnen kann sind denn erst einmal die entsprechenden Sinnesrezeptoren dafür aktiviert & trainiert. So stieß ich eines Tages auf den hier besprochenen Camino Tinto, der einen wahnsinnig guten Alltagswein darstellt und so süffig und lecker ist, das dieser nach Öffnung meist binnen einer Stunde nur noch eine Flasche fürs Altglas ist.
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